Ist Online Marketing zu komplex geworden?

Ist Online Marketing zu komplex geworden?

Unter den Top 10% der Werbetreibenden ist die Tagging-Technologie regelrecht explodiert. Wie komplex ist Online Marketing tatsächlich geworden? 

Sehr komplex, betrachtet man vor allem die Budgets der großen Advertiser.

Die Online Kampagnen der Top Advertiser sind laut DG MediaMind fast sechs mal so komplex wie der Durchschnitt. Es wurden 350 Mrd. weltweite Display, Video und Mobile Impressions bewertet, die zwischen 2010 und 2013 auf der Media Mind Plattform ausgeliefert wurden. Diese Daten flossen in die aktuelle Studie „Complexity“ ein und das Ergebnis ist immens: Der Einsatz von Tags, komplexem Targeting und Analytics boomt, vor allem unter den Top-10 Advertisern.

„Advertiser interessieren sich besonders für sehr komplexe Targeting Möglichkeiten“, sagt Nick Talbert, Director Product Marketing bei MediaMind. „Das sind Experten, die wirklich in die Tiefe sehr anspruchsvoller Kampagnen gehen.“

Die Anzahl der digitalen Auswertungs-Technologien und die dahinterstehenden Firmen sind rasant gestiegen und deren Tags wuchern in der digitalen Welt. Die Studie zeigt, dass die Anzahl der Ads mit zwei oder mehr Third-Party-Tags – welche die Interaktionen, den Brand Impact und Optimierungsmöglichkeiten messen – von 2011 bis 2013 um 267% gestiegen sind.

Heute binden fast ein Drittel aller digitalen Ads mehr als ein Tag pro Ad ein. Im Vergleich: 2011 waren es noch rund 25%.

Gewiss sind diese Entwicklungen der Tags extrem. Die Anzahl der Ads online casino spiele mit fünf oder mehr Tags sind im gemessenen Zeitraum um 476% in die Höhe geschnellt. Laut der Studie ist das fast 19-mal die Wachstumsrate der Ads, die nur ein Third-Party-Tag haben.

Werbetreibende nutzen mittlerweile eine Menge Geo-Targeting Ads mit einer Variation an hochspezifischen Aussagen, basierend auf Lage und demografischen Informationen. Genutzt wird das vor allem in der Automobil-, Telekommunikations- und FMCG Branche.

Die Anzahl der Lead-Tags, die Interaktionen wie den Kaufabschluss, Anmeldungen oder Downloads messen, ist ebenfalls stark wachsend. Die Top 10 Werbetreibenden nutzen diese Tags mit einer Steigerung von 49% seit 2010 und die Leads wuchsen rasant um 460%.

„These are the guys that are getting the most out of digital,“ sagt Mr. Talbert.

Abnehmender Ertrag

Allerdings gibt es einen Punkt ab dem der Ertrag abnimmt und Tag-hungrige Advertiser sollten aufpassen, denn viele dieser Schwellen können von vielen Advertisern schnell erreicht werden.

„There is a lot more gains you can potentially make by looking across the board“, sagt Nick Talbert. Und dieser Meinung unterstützen wir in jeglicher Hinsicht. Anstatt sich in den Details einzelner Berichte zu verlieren, sollte man immer das Gesamtkampagnenergebnis im Blick haben.

Auch die Aufbereitung der Tags nimmt viel Zeit, Kosten und die so rar zur Verfügung stehende Technologieentwicklung in Anspruch. Es kann passieren, dass das Aufsetzen einer Kampagne bis zu fünf Wochen in Anspruch nimmt. Die Komplexität wird durch die vielen Tags immens. Dann wird die Überwachung abschreckender als das Ergebnis. Der Punkt an dem die Gesamtkosten größer werden als der Wert der Technologie sollte nicht überschritten werden. Wann dieser Punkt erreicht wird, ist natürlich für jeden Advertiser und jeden Account individuell zu bewerten.

Wir glauben, dass der ROI eines jeden Advertisers größer sein wird, wenn man die Synergien des Digitalen als Ganzes nutzt und man nicht jeden Kanal oder jede Strategie nur einzeln betrachtet.

 

Bild: freeimages.com (User: gerard79)